Design + Processing Properties

Durch den Einsatz des Programms „Design and Processing Properties“ (kurz: DPP) kann bei der Entwicklung von thermoplastischen Formteilen die Planungssicherheit erhöht und zeitraubende Entwicklungsschritte bis zur Serienreife beschleunigt werden.

DPP ist keine statische Datenbank in der ausschließlich gemessene Eigenschaften einstellt sind und vom Anwender abgerufen werden. Vielmehr kann der Anwender das Anforderungsprofil vorgeben, wie z. B. Wanddicke, Fließweg, Verarbeitungsparameter und Maschineneinstellwerte. Die Software ermittelt daraus die formteilbezogenen Eigenschaften. Diese neue Möglichkeit rundet die vielfältigen Berechnungsmöglichkeiten für die Bauteilentwickler und Thermoplastverarbeiter ab.

Das Kernstück der DPP-Software bildet ein künstliches Neuronales Netz, das die Informationsverarbeitung in einem Gehirn nachbildet. Dazu werden vom Computer eine Reihe miteinander verbundener Nervenzellen simuliert. Diese künstlichen Neuronen empfangen, wie ihre natürlichen Vorbilder, von ihren Nachbarn Signale und bestimmen daraus welches Signal sie weitergeben. Anstatt von Nervenimpulsen sind die Signale hierbei Zahlen. Gibt man nun an den Eingangsnervenzellen Daten ein, verarbeitet das Netz sie zu einem Resultat das an Ausgangsnervenzellen abzulesen ist. Wie stark der Wert, den eine Zelle verbreitet, eine andere beeinflusst bestimmt der Rechner in einer „Lernphase“ in der er mit Beispielen, für die Ein- und Ausgangswerte bekannt sind, trainiert wird. Damit wird die Verschaltung festgelegt und das neuronale Netz kann zu bisher unbekannten Eingangsdaten das Ergebnis prognostizieren.

Die zulässige Belastbarkeit von Bauteilen aus Thermoplasten bei verschiedenen Beanspruchungsarten kann die von UL TTC entwickelte DPP-Software nicht nur für die Einsatztemperatur, sondern auch für Langzeitanwendungen ermitteln. Dabei sind sowohl die Temperaturen als auch die Belastungszeiten frei wählbar.