Schlag- und Kerbschlagbiegeversuch nach Charpy

Der Schlagbiegeversuch nach Charpy ist eine schnelle und einfache Prüfung für eine vergleichende Materialbeurteilung.

Dieses Verfahren wird unter anderem angewandt, um die Auswirkung von geänderten Rezeptur-, Compoundier- oder Spritzgießbedingungen auf den Probekörper zu untersuchen.

Bei der Charpy-Prüfung werden die Prüfkörper in einer Anordnung ähnlich dem 3-Punkt-Biegeversuch beansprucht. Wenn die Proben spröde genug sind, werden sie zerbrochen. Der Einsatz gekerbter Probekörper ist notwendig, um bei duktilen Werkstoffen einen Bruch zu erzeugen. Die Prüfung ist in einem Temperaturbereich von –60°C bis +80°C möglich.

 

Ergebnisse der Prüfmethode:
  • Schlagzähigkeit aiU [KJ/m²]
  • Kerbschlagzähigkeit aiN [KJ/m²]
  • inkl. der Bruchbeurteilung bei entsprechender Temperatur und ggf. einem Zäh-Spröd-Übergang
Verfahrenslegende

am Beispiel ISO 179/1 e A

ProbekörpertypSchlagrichtungKerbtiefe
1 Flachstab mit den Abmessungen l x b x h e edgewise (schmalseitig)
f flatwise (breitseitig)
U ungekerbt
A Kerbe mit 0,25 mm Radius
B Kerbe mit 1,00 mm Radius
C Kerbe mit 0,10 mm Radius

 

ProbekörpertypLänge lBreite bDicke d
1 80 10 4
2 25 x h 10 oder 15 3
3 11 x h oder 13 x h 10 oder 15 3

Alle Abmessungen in mm.